Willkommen liebe Leserinnen und Leser!

Mein neues Kinderbuch Die pfefferminzgrüne Lokomotive hat im Verlag Edition BAES in Zirl Fahrt aufgenommen.
Es ist die Geschichte von Lotte, der kleinen, pfefferminzgrünen Lokomotive, die die Sonne wieder zum Strahlen brachte. Eine Geschichte, die den Menschen sagen möchte, dass sie achtsamer mit der Erde und allem was darauf lebt und wächst, umgehen sollen. Sonst könnte es vielleicht tatsächlich einmal passieren, dass die Sonne vor lauter Kummer einfach vom Himmel fällt …
Lasst Euch überraschen ...

Die pfefferminzgrüne Lokomotive von Johann Kapferer
64 Seiten, mit Illustrationen vom Autor. Erhältlich als Hardcover.
Erschienen 2017 in der Edition BAES

 

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 Rezension von Helmut Schönauer

 

Die Kids bekommen heutzutage alles an Information vorgesetzt, was sie für die Gier nach Konsum brauchen. Die Digitalisierung dient vor allem dazu, den Online-Handel schon bei den Kleinsten in Schuss zu halten. Sogenannte wahre Werte kommen kaum mehr vor, am ehesten noch in Kinderbüchern, die fast schon als Untergrundware gehandelt werden.

 

Johann Kapferer schickt mit seiner „pfefferminzgrünen Lokomotive“ ein fröhliches Kinderbuch auf die Reise. Der Titel ist schon freundlich, und das Herz geht gleich auf, wenn man den Namen der Lokomotive hört: Lotte! Lotte ist eine kuschelige E-Lok, die vom Lokomotivführer Heinrich jeden Tag aus der Remise geholt wird. Wahrscheinlich ist auch Heinrich irgendwie grün und ist somit als Grüner Heinrich eine echt literarische Figur.

 

An die Lok werden jeden Tag drei Waggons angehängt, die der Schaffner Anton betreut. Wenn die Kinder auf dem Bahnsteig drängeln, gibt es immer viel zu tun. Vor allem den gelben Strich wollen die Kids partout nicht einhalten und überschreiten diesen, was den Anton zum Einschreiten zwingt.

 

So schlecht können die Kinder gar nicht aufgestanden sein, dass sie nicht beim Anblick von Lotte und dem Personal zu einem Grinser gezwungen würden. Da sind Leute am Werk, die ihre Arbeit gerne tun. Und das ist ja der tiefere Sinn der Arbeit, dass man sie gern tut, weil dann das ganze Leben gleich wie auf Schienen läuft.

 

Eines Tages freilich ist es dunkel, als ob ein Giga-Sturm aufgezogen wäre. Und der Regen ist salzig wie eine schlechte Suppe, und die Sonne ist weg. Ja die Sonne ist weg, sie glauben es alle kaum.

 

Bald sehen die Werktätigen Heinrich und Anton, dass die Sonne in den See gefallen ist, ein bisschen schimmert sie noch vom Grund herauf. Für alle ist klar, dass die Sonne recht hat. Wenn sich die Menschheit so gierig und wüst benimmt, ist es kein Wunder, dass die Sonne genug hat.

 

Andererseits geht es ohne Sonne nicht, und die beiden Arbeitstiere denken daran, die Sonne aus dem Wasser zu hieven, zumindest für ein Sonnen-Provisorium wird es reichen. Aus der Umgebung wird ein schwerer Kran geholt, der ans Ufer muss. Lotte soll ihn ziehen, aber Lotte dreht durch. Zumindest an den Rädern. Mit viel Feingefühl und Sand schleppen sie den Kran zum See, wo dann mit Handwerkskunst die Sonne aus der Tiefe gehoben wird. Die Kids schauen atemlos zu und schwören sich, auf die Sonne in Zukunft besser aufzupassen und die Welt nicht noch mehr zu versauen.

 

Es gibt nichts Schöneres, als nach einem Arbeitstag in die Garage zu fahren und zu wissen, dass man die Welt gerettet hat.

 

Johann Kapferer hat ein handfestes Kinderbuch geschrieben mit selbstgemachten Buntstiftzeichnungen, sympathischen Helden und einer ordentlichen Moral. Augenzwinkernd wendet er sich natürlich an die Erwachsenen und zeigt ihnen, wie ein echter Gewerkschaftsroman aussehen könnte. Die Werktätigen lachen wie geheime Leser, und lassen sich von diesem Buch in ihrer Arbeitsmoral anstecken.


Tiroler Tageszeitung "Toni Times" - 18.02.2018